Kaufmann/-frau im Einzelhandel – Rahmenlehrplan

Zuletzt aktualisiert: November, 2019

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In der Ausbildung zum/-r Kaufmann/-frau im Einzelhandel wirst du praktisch im Betrieb und schulisch an der Berufsschule ausgebildet. Damit die Unterrichtsinhalte der jeweiligen Ausbildungen an den Berufsschulen deutschlandweit zumindest einem gewissen gemeinsamen Standard folgen, wird ein Rahmenlehrplan festgelegt.

Was ist genau ein Rahmenlehrplan?

Die ständige Konferenz der Kultusminister und -senatoren der Bundesländer (KMK) erarbeitet und überarbeitet regelmäßig die Mindestanforderungen an den schulischen Teil der Ausbildungen in Deutschland. Diese werden in Rahmenlehrplänen festgehalten. Diese Rahmenlehrpläne sind dann Orientierungspunkt und Leitfaden der einzelnen Berufsschulen. Hier werden die Lerninhalte somit festgelegt, die für eine bestimmte Ausbildung wichtig sind und unterrichtet werden müssen.

Der Rahmenlehrplan ist somit eine bundesweite Vereinbarung zwischen den für Bildung zuständigen Kultusministerien. Diese Vereinbarung legt keine genauen Inhalte an den Unterricht der Berufsschulen fest, sondern definiert Lernfelder, die im Unterricht behandelt werden müssen. Es ist somit eine relativ offene Regelung, die die einzelnen Berufsschulen mit ihrem Unterricht dann füllen müssen. Der Rahmenlehrplan setzt für gewöhnlich schulische Kenntnisse eines erfolgreichen Hauptschulabschlusses voraus.

Vom Rahmenlehrplan ist zudem der Ausbildungsrahmenplan zu unterscheiden. Der Ausbildungsrahmenplan beschreibt die Kenntnisse und Fähigkeiten, die du in der praktischen Ausbildung im Betrieb erlernen sollst. Der Ausbildungsrahmenplan organisiert somit den praktischen Teil der Ausbildung und wird vom Bundesministerium für Bildung festgelegt. Der Rahmenlehrplan organisiert den schulischen Teil der Ausbildung.

Was steht im Rahmenlehrplan?

Der Rahmenlehrplan ist recht umfänglich. In den Vorbemerkungen wird etwas über die Entstehung und die Ziele des Rahmenlehrplans ausgesagt. Es folgt dann eine Beschreibung des Bildungsauftrags der Berufsschulen. Hierin sind auch die Rechte und Pflichten der Berufsschule beschrieben, die dich als Schüler auch betreffen. Eine erste Orientierungslinie für den Unterricht wird in den sogenannten didaktischen Leitlinien erwähnt. Hier geht es im Wesentlichen darum, in welchen Formen der Unterrichtsinhalt vermittelt werden soll. Dann werden in den berufsbezogenen Vorbemerkungen die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder deines Ausbildungsberufs beschrieben. Hier kannst du noch einmal nachlesen, mit was du dich in deinem späteren Beruf so alles beschäftigst. Erst dann folgt die Beschreibung der Lernfelder. Hier werden Ziele und Inhalte der schulischen Ausbildung in Reihenfolge der Ausbildungszeit je Kategorie aufgeführt.

Was sind Lernfelder?

Nach dem Rahmenlehrplan wird der Unterricht an der Berufsschule in kleinere didaktische Organisationseinheiten unterteilt. Hier geht es nicht um Schulfächer, sondern um praxisbezogenes Ausbildungswissen, das du für deinen späteren Beruf benötigst. Dieses wird in kleine Häppchen unterteilt und dir schrittweise durch deine Ausbildung in der Berufsschule beigebracht. Die genauere Ausgestaltung hierzu findest du dann in den Lehrplänen der einzelnen Bundesländer. Lernfelder in der Ausbildung zum/-r Kaufmann/-frau im Einzelhandel

Diese spezifischen Lernfelder unterscheiden sich natürlich je nach Ausbildung. Grob lassen sich die Lernfelder für die Ausbildung zum/-r Kauffrau im Einzelhandel in jeweils vier bis fünf Blöcke pro Ausbildungsjahr kategorisieren. Im ersten Ausbildungsjahr gehört da beispielsweise zu, dass du dein Unternehmen repräsentieren lernst oder auch wie man ein Verkaufsgespräch führt. Der Kassenbereich, die Warenpräsentation und Werbung zählen ebenfalls zu den Lernfeldern im ersten Ausbildungsjahr.

Im zweiten Ausbildungsjahr kommen dann die Lernfelder Warenbeschaffung, Warenannahme und Lager, Geschäftsprozesse, preispolitische Maßnahmen und besondere Verkaufssituationen. Schließlich lassen sich die Lernfelder im dritten Ausbildungsjahr zusammenfassen zu Steuerung von Geschäftsprozessen, Marketing, Personaleinsatzplanung und Mitarbeiterführung sowie Unternehmensleitung und -entwicklung.

Im schulischen Teil fallen insgesamt 880 Ausbildungsstunden an. Im ersten Jahr sind das 320 Stunden, in den Jahren zwei und drei deiner Ausbildung jeweils 280 Stunden. Die obigen Lerninhalte sind dabei noch ein wenig genauer untergliedert, wie es dir die nachfolgende Auflistung angibt.

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