Die mündliche Abschlussprüfung im Einzelhandel

Mündliche Abschlussprüfgung

Am Ende deiner Ausbildung zum/-r Kaufmann/-frau im Einzelhandel wartet die Abschlussprüfung. Die besteht aus einem schriftlichen Teil und einem mündlichen Teil. Die mündliche Teilprüfung ist ein fallbezogenes Fachgespräch. Aus zwei praxisbezogenen Aufgaben bereitest du eine vor und diskutierst diesen Fall mit den Prüfern. In der mündlichen Prüfung sollst du vor allem zeigen, dass du service- und kundenorientiert denken kannst.

Wie läuft die mündliche Prüfung ab?

Die Note deiner mündlichen Prüfung macht 40% der Gesamtnote aus. Die mündliche Prüfung ist somit ziemlich wichtig und du solltest dich bestmöglich darauf vorbereiten. Bei der mündlichen Prüfung selbst bekommst du zwei Aufgaben gestellt, von denen du dir eine frei aussuchen kannst. Du hast dann 15 Minuten Vorbereitungszeit, die ausgesuchte Aufgabe für das anschließende Gespräch aufzubereiten.

Dann geht es in das eigentliche fallbezogene Fachgespräch mit dem Prüfer oder den Prüfern. Hier stellst du den Sachverhalt der Aufgabe zunächst dar und zeigst Lösungswege für das behandelte Problem auf. Der Prüfer stellt eventuell Zwischenfragen oder auch Abschlussfragen, um weiterführende Aspekte zu erörtern. Insgesamt dauert dieses Gespräch etwa 20 Minuten.

Welche Inhalte werden in der mündlichen Prüfung gefragt?

Gefragt wird eine der Wahlqualifikationen in Form einer betriebspraktischen Situationsbeschreibung. Die Ausbildungsordnung für den Einzelhandel gibt die Wahlqualifikationen vor, aus denen gefragt werden kann. Drei der Wahlqualifikationen werden bereits mit deinem Ausbildungsvertrag festgelegt. Mindestens eine muss aus den Bereichen Beratung, Ware, Verkauf oder Beschaffungsorientierte Warenwirtschaft oder Warenwirtschaftliche Analyse festgelegt sein.

Die beiden anderen können auch aus diesen Bereichen stammen oder aus den weiteren Wahlqualifikationen Kaufmännische Steuerung und Kontrolle, Marketing, IT-Anwendungen, Personal oder Grundlagen unternehmerischer Selbstständigkeit. Die Aufgaben der mündlichen Prüfung sind dann aus deinen drei gewählten Wahlqualifikationen.

Welches Ziel hat die mündliche Prüfung?

Wie bereits oben genannt, ist das vorrangige Ziel der mündlichen Prüfung, dass du eine service- und kundenorientierte Denkweise aufzeigen sollst. Darüber hinaus sollst du in der mündlichen Prüfung zeigen, dass du gesamtbetrieblich denken kannst, indem du eine Situation nicht nur unter wirtschaftlichen, sondern auch unter ökologischen und rechtlichen Zusammenhängen diskutieren kannst. Natürlich sind auch das Zeigen deiner Kenntnisse und deines Wissens gefragt und deine Kommunikationsfähigkeit.

Wann findet die mündliche Prüfung statt?

Die mündliche Prüfung ist am Ende deines dritten Ausbildungsjahres (sofern nicht vorzeitig), in der Regel nach den schriftlichen Prüfungen. Den genauen Termin erhältst du von der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) postalisch zugesandt. In dem Brief steht das Datum mit Uhrzeit deiner mündlichen Prüfung sowie der Ort, an dem die Prüfung stattfindet. Meist liegen die mündlichen Prüfungen zwischen Juni und August eines Jahres. Auf der Internetseite deiner IHK kannst du den geplanten Prüfungszeitraum einsehen.

Tipps für die mündliche Prüfung

Je nach Persönlichkeit ist die mündliche Prüfung für einige Prüflinge fast schon eine Angstsituation. Nervosität ist normal und kann oft in positive Motivation umgewandelt werden. Der simple Zusammenhang, dass eine gute Vorbereitung auch zu einer guten Prüfungsleistung führt, gilt auch hier. Daher bietet es sich an, beispielsweise mit Freunden oder Kollegen die mündliche Prüfung im Vorfeld zu simulieren.

Die IHK bietet zudem Seminare zur Prüfungsvorbereitung an, in denen die mündliche Prüfung intensiv geübt werden kann. Der Seminarleiter ist meist auch der Prüfer, sodass du einen guten Einblick in die Prüfungssituation bekommen kannst, wenn du ein solches Angebot wahrnimmst.

Für die Prüfung selbst sind auch die kleinen Selbstverständlichkeiten Pflicht. Dazu gehören Pünktlichkeit, ein gepflegtes Äußeres und dass du den Prüfer immer ausreden lässt und nicht mit einer Antwort vorprescht. Wenn du redest, halte dich an eine klare, laute und nicht zu schnelle Sprache. Stelle immer wieder mal Blickkontakt mit dem Prüfer her. Willst du ein Ergebnis besonders betonen, sag das auch genau so. Beantwortest du eine Frage, schweife nicht ab. Was auch oft unterschätzt wird: Fremdwörter nur verwenden, wenn du die Bedeutung auch kennst.

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