Die Ausbildung in der Berufsschule

Zuletzt aktualisiert: März, 2019

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Während deiner Ausbildung zum/-r Kaufmann/-frau im Einzelhandel wirst du eine Berufsschule besuchen. Die Berufsschule stellt den schulischen Teil deiner Ausbildung sicher, während du in deinem Ausbildungsbetrieb den praktischen Teil erlernst. Somit ist die Berufsschule für deine theoretische Ausbildung zuständig, um dich auf deine späteren beruflichen Tätigkeiten vorzubereiten.

Was ist eigentlich eine Berufsschule?

Die ersten Berufsschulen in Deutschland wurden bereits im 19. Jahrhundert gegründet. In einer Berufsschule werden die Auszubildenden aller Berufszweige, die eine duale Ausbildung durchlaufen, unterrichtet. Die Unterrichtsinhalte für die jeweiligen Berufsgruppen werden in Rahmenlehrplänen bestimmt.
In Deutschland sind die Ausbildungsberufe als duale Ausbildung konzipiert. Die Berufsschule ist neben dem Ausbildungsbetrieb einer der beiden wesentlichen Faktoren für die erfolgreiche Ausbildung in einem Beruf. Der Ausbildungsbetrieb lehrt die Praxis und die Berufsschule die spezifisch fachliche Bildung zum Beruf sowie Allgemeinbildung.

Das duale System

Die meisten Ausbildungen in Deutschland laufen über das klassische duale System, so auch die Ausbildung zum/-r Kaufmann/-frau im Einzelhandel. Im dualen System wirst du an zwei Orten in deinem Beruf ausgebildet: im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Die Allgemeinbildung an der Berufsschule erhältst du über Fächer wie Deutsch, Politik oder auch Mathematik. Daneben hast du die fachspezifischen Fächer, die je nach Beruf unterschiedlich sind.

Die praktische Ausbildung findet dann im Ausbildungsbetrieb statt. Es gibt aber für einige Ausbildungsberufe auch praktischen Unterricht beispielsweise in einer Lehrwerkstatt. Im Falle der Ausbildung zum/-r Einzelhandelskaufmann/-frau ist das aber nicht relevant.

Die fachspezifischen Inhalte in der Ausbildung zum/-r Einzelhandelskaufmann/-frau sind beispielsweise Englisch, Einzelhandelsprozesse, Kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Kundenorientiertes Verkaufen. Die Fächer selbst als auch die Benennung der fachspezifischen Fächer kann je nach Berufsschule auch für die gleiche Ausbildung variieren. Wichtig ist, dass die Inhalte im Wesentlichen übereinstimmen.

Unterrichtszeiten

Die Unterrichtszeiten an der Berufsschule sind je nach Ausbildung unterschiedlich. Für gewöhnlich besuchen die Auszubildenden ein bis zwei Tage die Woche die Berufsschule und haben acht bis 12 Unterrichtsstunden in dieser Zeit. Bei einigen Ausbildungsberufen findet der Unterricht an der Berufsschule auch als Blockunterricht statt. Dabei besuchen die Auszubildenden über mehrere Wochen hinweg täglich die Berufsschule und nach diesen Phasen für einige Wochen oder Monate gar nicht. Blockunterricht ist typisch bei Berufen mit relativ wenigen Auszubildenden. Als angehende/r Einzelhandelskaufmann/-frau wirst du somit keinen Blockunterricht haben.

In der übrigen Zeit in der Woche bist du dann in deinem Ausbildungsbetrieb. Somit bist du in der überwiegenden Zeit deiner Ausbildung im Unternehmen. Für deine praktische Ausbildung gibt es übrigens auch eine Regelung. Im Ausbildungsrahmenplan werden die praktischen Inhalte deiner Ausbildung beschrieben, die du im Betrieb je nach Ausbildungsjahr lernen sollst.

Abschluss

Die duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule endet mit der Abschlussprüfung. Die wird je nach Beruf von einer zuständigen Stelle abgenommen. Das ist beispielsweise die Handwerkskammer für handwerkliche Berufe. Die Abschlussprüfung zum/-r Kaufmann/-frau im Einzelhandel legst du in der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) ab.

Die erfolgreich abgeschlossene Prüfung wird dann mit einem Zeugnis bestätigt. Von der Berufsschule bekommst du ebenfalls ein Abgangszeugnis. Im Falle des/-r Einzelhandelskaufmanns/-frau erhältst du ein IHK-Prüfungszeugnis als Abschlusszeugnis. Damit wird dir die erfolgreiche Ausbildung bestätigt. Das Abschlusszeugnis ist bundesweit (europaweit) gültig.

Wie lange muss ich die Berufsschule besuchen?

Du musst für die Zeit deiner Ausbildung auch die Berufsschule besuchen. Die Dauer einer Ausbildung ist dabei recht unterschiedlich und kann zwischen zwei und dreieinhalb Jahre betragen. In manchen Fällen kann die Ausbildung auch verkürzt werden, wenn du beispielsweise einen höheren Schulabschluss im Vorfeld erreicht hast oder bereits Praxiserfahrung in deinem angestrebten Beruf besitzt.

Es besteht eine Schulpflicht, du musst also die Berufsschule besuchen, wenn du deine Ausbildung abschließen willst. Mit einem erfolgreichen Abschluss an der Berufsschule kannst du für gewöhnlich auch eine höhere Schulform besuchen. Näheres hierzu wird in den einzelnen Bundesländern geregelt.

Aufgaben und Ziel der Berufsschule

Die genauen Aufgaben und Ziele der Berufsschulen sind im Rahmenbeschluss der Kultusministerkonferenz festgehalten. So werden die Ziele der Berufsschule unter anderem folgendermaßen beschrieben: Vermittlung einer Berufsfähigkeit, die Fachkompetenz mit sozialen Fähigkeiten verbindet, ermöglichen einer beruflichen Flexibilität in einer modernen Arbeitswelt, Bereitschaft für Fortund Weiterbildung wecken sowie die Vorbereitung auf die Anforderungen des internationalen Arbeitsmarkts.

Von der Berufsschule wird dann gefordert, dass sie das Lernfeldkonzept des Rahmenlehrplans beachtet und den Unterricht fachspezifisch ausrichtet. Darüber hinaus soll die Berufsschule berufsbezogene und berufsübergreifende Qualifikationen vermitteln, ein flexibles Bildungsangebot garantieren sowie Behinderte und Benachteiligte umfassend zu unterstützen.

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