Das Berichtsheft im Einzelhandel

Zuletzt aktualisiert: September, 2019

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In deiner Ausbildung zum/-r Kaufmann/-frau im Einzelhandel gehören auch verschiedene Rechte und Pflichten. Eine solche Pflicht ist das Führen des Berichtshefts. Das Berichtsheft ist dafür da, um deine Ausbildung nachzuweisen. Für die Abschlussprüfung ist das regelmäßige und ordentliche Führen des Berichtshefts eine wichtige Zulassungsvoraussetzung.

Warum muss ich ein Berichtsheft führen?

In der Ausbildungsverordnung zum Einzelhandel ist die Rolle des Berichtshefts beschrieben. Hierin heißt es unter anderem, dass das Berichtsheft als Nachweis für die Ausbildung fungiert. Ohne Berichtsheft ist eine Anmeldung zur Abschlussprüfung an der IHK unmöglich. Daher musst du als Auszubildender im Einzelhandel ein Berichtsheft führen, es gehört zu deinen Pflichten in der Ausbildung. Im Berichtsheft wird der Fortgang der Ausbildung in einfacher Form, sachlich und zeitlich geordnet, nachgewiesen.

Mit dem Führen des Berichtshefts wird auch eine pädagogische Funktion erfüllt. Du sollst so lernen, wie man Informationen gleichzeitig knapp und vollständig in prägnanter Form beschreibt. Erfasst werden sowohl die theoretischen Ausbildungsinhalte als auch die praktischen. Somit dient das Berichtsheft der Kontrolle und einem Lerneffekt bei dir.

Pflichten bei der Führung des Berichtshefts

Nicht nur du hast die Pflicht, das Berichtsheft zu führen, deine Prüfer müssen auch regelmäßig dein Berichtsheft kontrollieren. Diese Kontrolle wird in der Realität in unregelmäßigen Abständen gemacht. Die Ausbilder sind aber gesetzlich verpflichtet, dich auch bei der Erstellung des Berichtshefts durch die Kontrolle in der Ausbildung zu unterstützen.

Passiert ein Fehler beim Führen des Berichtshefts, so musst du den Fehler direkt mitteilen. Dein Ausbilder muss dir umgekehrt Hilfe bei der Verbesserung geben. Anfallende Kosten für das Führen des Berichtshefts muss dein Ausbildungsbetrieb tragen. Es kommt in der Praxis leider immer wieder vor, dass die Ausbilder in den Betrieben ihre Pflichten vernachlässigen. Hier kannst du auf die Gesetze verweisen, dass du Unterstützung beim Führen des Berichtshefts bekommst.

Was steht im Berichtsheft?

Im Grunde steht in deinem Berichtsheft nur der zeitliche und sachliche Ablauf deiner Ausbildung. Das soll in einfacher, prägnanter Form festgehalten werden. Deine Ausbilder und die Prüfer müssen dabei nachvollziehen können, was du zu welchem Zeitpunkt in deiner Ausbildung gemacht hast. Die Beschreibung bezieht sich auf einen Tag oder eine Woche der Ausbildung und erfasst vor allem neue Tätigkeiten, die du zu diesem Zeitpunkt erlernt hast.

Was muss ich beim Führen des Berichtshefts beachten?

Wichtig beim Führen des Berichtshefts sind Regelmäßigkeit und Ordentlichkeit. Dein Berichtsheft muss vor allem vollständig und nachvollziehbar sein, sonst kannst du Schwierigkeiten der Zulassung zur Abschlussprüfung bekommen. Allgemein gibt es zwei Ansätze zum Führen des Berichtshefts. Du trägst entweder täglich deine Tätigkeiten des betreffenden Tages ein oder wochenweise. In der Regel bekommst du von deinem Ausbildungsbetrieb eine entsprechende Vorlage.

Die einzelnen Berichte sollten stets vom Ausbilder unterzeichnet werden. Die Berichte werden dann zeitlich geordnet in eine Mappe geheftet und aufbewahrt, bis du sie einreichen musst. Bei einer kaufmännischen Ausbildung gibt es meist Muster, an denen du dich halten kannst. Diese findest du auch im Internet und sind eine gute Orientierungshilfe. Beispielsweise findest du auf der Internetseite der IHK solche Vorlagen, an denen du dich gut halten kannst.

Ein gut geführtes Berichtsheft bringt dir bei den Prüfern der Abschlussprüfung auch oft Pluspunkte ein. Zudem ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Prüfer auch Fragen stellen, die aus dem Berichtsheft abgeleitet sind. Daher solltest du beim Führen des Berichtshefts besonders sorgfältig sein.

Schwierigkeiten in der Realität

Der idealisierte Anspruch auf der einen Seite steht nicht selten die Realität auf der anderen Seite gegenüber. In der Realität kann es manches Mal schwierig werden, das Berichtsheft ordnungsgemäß zu führen. Gerade wenn du viele Routineaufgaben an einem Tag oder einer Woche erledigst, gibt das für das Berichtsheft nicht viel her. Das Führen des Berichtshefts musst du einfach selbst als notwendige Routine sehen und es eben so befüllen, dass deine Tätigkeiten erfasst werden. Auch wenn mancher Ausbilder dem Berichtsheft seiner Auszubildenden wenig Beachtung schenkt, solltest du es dennoch gewissenhaft führen und auf Unterstützung des Ausbilders pochen.

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