Die Ausbildungsordnung im Einzelhandel

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Für jeden anerkannten Beruf gibt es für die Ausbildung eine Ausbildungsordnung. Diese Ausbildungsordnung regelt alle wichtigen Inhalte und das Umfeld der Ausbildung. Das ist auch für die Ausbildung zum/-r Kaufmann/-frau im Einzelhandel der Fall. Auch hier gibt es eine entsprechende Ausbildungsordnung, in der alle Regelungen zu deiner Ausbildung enthalten sind.

Was versteht man unter einer Ausbildungsordnung?

Jede duale Berufsausbildung erfordert genaue Regularien, wie die betriebliche und schulische Seite der Ausbildung ablaufen muss, um am Ende eine anerkannte Ausbildung zu haben. Diese Regelungen werden in der Ausbildungsordnung festgehalten. Das Berufsbildungsgesetz ist dabei die Grundlage für jede Ausbildungsordnung. Für handwerkliche Berufe ist zudem die Handwerksordnung relevant.

Die verschiedenen Ausbildungsordnungen werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung erlassen und überarbeitet. Jeder anerkannte Ausbildungsberuf muss dabei eine Ausbildungsordnung haben, die die Ausbildung regelt. Die Ausbildungsordnung ist somit eine bundeseinheitliche Regelung. Damit ist eine Ausbildung nach der Ausbildungsordnung auch mindestens bundesweit allgemein anerkannt.

Wie kommt es zu einer Ausbildungsordnung?

In der Praxis sind an der Entwicklung einer Ausbildungsordnung mehrere Stellen beteiligt. Das gilt sowohl für den Prozess einer Modernisierung eines bestehenden Ausbildungsberufs als auch für die Konzeption eines neuen Ausbildungsberufs. Beteiligt sind in der Regel die Fachverbände, Arbeitgeberorganisationen, die Gewerkschaften und das Bundesinstitut für Berufsbildung. Nach Anhörung der beteiligten Seiten entscheidet dann das jeweilige Bundesministerium.

In Rücksprache mit den Bundesländern wird dann eine Änderung einer bestehenden Ausbildungsordnung festgelegt, beispielsweise weil eine Modernisierung des Berufsbildes notwendig ist, oder eine neue Ausbildungsordnung für einen neuen Beruf bestimmt. Das galt und gilt natürlich auch für die Ausbildungsordnung im Einzelhandel, die zuletzt 2009 deutlich verändert wurde.

Was steht in der Ausbildungsordnung?

Es gibt gesetzliche Mindestanforderungen, was in einer Ausbildungsordnung enthalten sein muss. Das ist zuerst einmal die Bezeichnung des anzuerkennenden Ausbildungsberufs. Weiterhin muss angegeben sein, wie lange die Ausbildung dauert. Für gewöhnlich ist eine Ausbildung zwischen zwei und drei Jahren, weniger als zwei Jahre darf eine Ausbildung nicht dauern.
Weiterhin wird in der Ausbildungsordnung das Berufsbild erklärt. Dazu gehören auch die Kenntnisse und Fertigkeiten, die in der Ausbildung vom Auszubildenden erlernt werden müssen.

Dann ist ein Rahmenlehrplan enthalten, der den Beruf detailliert beschreibt und den zeitlichen Ablauf und Fortschritt der Ausbildung definiert. Zuletzt werden die Prüfungsanforderungen genannt, inklusive der Art der Zwischen- und Abschlussprüfung und den Prüfungsformen.

Was sind die Funktionen der Ausbildungsordnung?

Wie schon erwähnt, werden alle relevanten Aspekte der Ausbildung zu einem anerkannten Beruf in der Ausbildungsordnung geregelt. Die Ausbildungsordnung ist damit eine rechtsverbindliche Grundlage und auch eine didaktische Grundlage für Auszubildende und Ausbildungsbetriebe. Sie dient damit auch der betrieblichen Ausbildungsplanung und -organisation. Mit der Ausbildungsordnung wird bundesweit ein Ausbildungsstandard definiert, der die Ausbildungsqualität sichert. Anhand der Ausbildungsordnung kann eine betriebliche Ausbildung geprüft und kontrolliert werden.

Rahmenlehrplan und Ausbildungsrahmenplan

In den Ausbildungsordnungen sind Rahmenlehrpläne enthalten, die von einzelnen Sachverständigen in den Bundesländern erstellt wurden. Dieser Rahmenlehrplan ist Grundlage für den Unterrichtsinhalt an der Berufsschule. Zu unterscheiden vom Rahmenlehrplan ist Ausbildungsrahmenplan. Dieser ist als Anhang der Ausbildungsordnung beigefügt und dient als Grundlage für die betriebliche Ausbildung. Hierin werden die praktischen Lehrinhalte, die in den jeweiligen Ausbildungsjahren erlernt werden müssen, für den jeweiligen Beruf beschrieben.

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