Kauffrau/-mann im Einzelhandel - Freie Ausbildungsplätze 2019

Ausbildung zum/-r Kaufmann/-frau im Einzelhandel

Bei vielen Ausbildungsberufen fragst du dich vielleicht, welche Tätigkeiten eigentlich hinter diesem Beruf stecken. Beim Kaufmann oder bei der Kauffrau im Einzelhandel sind diese Tätigkeit sowohl vielfältig als auch immer wieder aufs Neue interessant. Hinter diesem Beruf steckt wesentlich mehr, als “nur” hinter einer Kasse zu sitzen oder zu stehen. So vielfältig wie auch die unterschiedlichen Geschäfte sein können, so vielfältig sind auch deine Aufgaben innerhalb eines Geschäfts. Dabei sind Einzelhandelskaufleute gefragt, vom Supermarkt über das Modegeschäft bis zum Baumarkt kannst du genau den Bereich finden, der dich besonders interessiert.

Die Tätigkeiten eines/-r Kaufmanns/-frau im Einzelhandel

Ein wichtiger Punkt deiner Tätigkeit ist zum ersten deine Funktion als Ansprechpartner/in im Geschäft. Kundenberatung ist wichtig, hier lernst du in deiner Ausbildung den richtigen Umgang mit dem Kunden und wie du ein solches Gespräch führst. Ebenso wichtig ist auch die Warenpräsentation. Hier geht um das Auffüllen der Regale, aber auch um die richtige Präsentation, den richtigen Ort im Geschäft für eine Ware und wie man einer Ware optimal positioniert. Hier lernst du unter anderem ein wenig das Marketing kennen, um den Kunden beim Kauf zu unterstützen. Dazu zählen auch genaue Kenntnisse zu den Produkten, die im Geschäft verkauft werden.

Natürlich ist der Umgang mit einem modernen Kassensystem ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil in deinem Beruf als Einzelhandelskaufmann/-frau. Nicht nur das Kassieren an sich ist dabei wichtig, sondern auch alle mit dem Zahlungsverkehr zusammenhängende Tätigkeiten und dem Aushändigen der Ware. Das kann beispielsweise das richtige Entsichern von Waren sein, die Beseitigung von Kassenfehlern und natürlich auch die Erstellung von Abrechnungen und das schnelle Zählen der Geldbeträge.

Auch außerhalb des Kundenbereichs hast du vielseitige Aufgaben als Kaufmann/-frau im Einzelhandel zu leisten. Dazu zählen die Warenannahme, -prüfung und -einlagerung, das Etikettieren und das Verwalten des Bestellsystems. Hierfür nutzt du entsprechende Software, die du in deiner Ausbildung kennenlernst.

Der Besuch der Berufsschule

Wie bei jedem ordentlichen Ausbildungsberuf findet auch die Ausbildung zum/-r Kaufmann/-frau im Einzelhandel im dualen System statt. Du bist also zum einen im Betrieb eingesetzt, wo du die praktischen Seiten des Berufs erlernst, aber du besuchst auch die Berufsschule. Neben den typischen Schulfächern wie beispielsweise Deutsch, Mathematik oder Politik hast du hier auch berufsbezogene Schulfächer.

Dazu zählt beispielsweise Rechnungswesen, wo du unter anderem die Grundlagen der Buchführung erlernst. Weitere kaufmännische Fächer kommen noch hinzu, sodass du die praktische wie auch theoretische Grundlage in deiner Ausbildung bekommst, um später bestmöglich deinen Beruf ausüben zu können.

Vor allem bei größeren Ausbildungsbetrieben hast du die zusätzliche Möglichkeit, dass dich dein Betrieb bei der Vorbereitung auf die Prüfungen weitreichend unterstützt. So bieten einige Einzelhändler auch interner Seminare an, in denen du gezielt auf die Prüfungen zum/-r Einzelhandelskaufmann/-frau vorbereitet wirst. Oft hast du auch die Möglichkeit, bereits in deiner Ausbildung an ersten Weiterbildungskursen teilzunehmen und so bereits früh dein weiteres beruflichen Profil zu schärfen.

Welche Voraussetzungen muss ich für die Ausbildung zum/-r Kaufmann/-frau im Einzelhandel mitbringen?

Die Ausbildung zum/-r Kaufmann/-frau im Einzelhandel gehört zu den beliebtesten Ausbildungen in Deutschland überhaupt. Gleichzeitig werden in diesem Bereich sehr viele Auszubildende gesucht. Als formale Voraussetzung musst du einen guten Haupt- oder Realschulabschluss mitbringen. Noch ein bisschen wichtiger sind aber deine persönlichen Voraussetzungen für die Ausbildung. So solltest du offen, freundlich und respektvoll im Umgang mit anderen Menschen sein.

Eine spontane Rechenaufgabe sollte doch nicht vor unüberwindliche Hindernisse stellen. Weiterhin solltest du bereit sein, im weiteren Verlauf der Ausbildung auch eigenverantwortlich zu arbeiten. Mit ein bisschen Ehrgeiz und Eigeninitiative werden dir gegen Ende der Ausbildung bereits verantwortungsvollere Aufgaben übertragen.

Zur Ausbildung gehört auch die Bereitschaft, samstags zu arbeiten. Unter Umständen musst du auch den ganzen Tag über stehen oder laufen. Bist du zum mindestens einem der beiden nicht bereit, ist die Ausbildung zum/-r Einzelhandelskaufmann/-frau eher nichts für dich. Wenn du eher Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen hast oder eher konfliktscheu bist, ist eine andere Ausbildung vermutlich ebenfalls besser geeignet.

Wie viel verdient man als Kaufmann/-frau im Einzelhandel?

Natürlich bekommst du bereits in der Ausbildung ein Gehalt. Wie hoch deine Ausbildungsvergütung ist, hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab. So verdienst du beispielsweise bei einem großen Unternehmen meist mehr als bei einem kleinen Unternehmen. Bei größeren Unternehmen gibt es zudem meist einen Tarifvertrag, in dem auch die Vergütung in der Ausbildung geregelt ist. Weiterhin hängt der Verdienst auch davon ab, in welcher Region du deine Ausbildung machst. Beispielsweise sind die Ausbildungsvergütungen in den westlichen Bundesländern meist höher als in den östlichen Bundesländern – dafür sind die Lebenshaltungskosten in den neuen Bundesländern niedriger.

Insgesamt gibt es somit einen recht breiten Bereich, in dem dein Ausbildungsgehalt liegen kann. Im ersten Ausbildungsjahr wird es meist so zwischen 550 Euro und 730 Euro liegen. Dein Ausbildungsgehalt steigt im zweiten Jahr auf 590 Euro bis 820 Euro. Im dritten Ausbildungsjahr bekommst du dann zwischen 710 Euro und 950 Euro. Diese Angaben sind monatliche Bruttogehälter, Steuern und Sozialabgaben müssen also noch abgezogen werden.

Bis du bei einem Einzelhändler, für den ein Tarifvertrag gilt, bekommst du durchaus ein bisschen mehr. Im besten Fall erhältst du dann etwa 950 Euro brutto im ersten Ausbildungsjahr, 1.050 Euro im zweiten Ausbildungsjahr und sogar 1.200 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Dazu gibt es Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Dieses Beispiel gilt für den gesonderten Tarifvertrag von Aldi Süd in den südlichen Bundesländern. Bei der Suche nach der richtigen Ausbildungsstelle solltest du aber nicht nur auf das Gehalt schielen.

Nach erfolgreicher Ausbildung sind die Gehaltsunterschiede übrigens ebenfalls sehr unterschiedlich.
Als Einstiegsgehalt bekommst du dann zwischen 1.500 Euro und 2.200 Euro brutto. Mit steigender Berufserfahrung kannst du dann auch nach und nach ein wenig mehr verdienen. Allerdings lohnt es sich auch in Bezug auf das Gehalt mehr, dich weiter fortzubilden und dich durch Weiterqualifikationen

für höhere Aufgaben zu empfehlen. Hier gibt es interne und externe Weiterbildungsmaßnahmen, wodurch du beispielsweise zum/-r Abteilungs- oder Filialleiter/-in aufsteigen kannst. Hier sind dann auch Gehälter zwischen 3.000 Euro und 4.000 Euro brutto möglich.

Dein Karrierepfad

Nach bestandener Abschlussprüfung bist du gelernte/r Einzelhandelskaufmann/-frau. Nun kannst du in den Beruf richtig einsteigen. Meist wirst du in dem Produkt- beziehungsweise Handelsbereich bleiben, in dem du auch gelernt hast. Viele Ausbildungsbetrieben haben auch ein Interesse daran, dich nach der Ausbildung zu übernehmen. Um deine weitere Karriere zu planen, solltest du nun deine Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten ins Auge fassen. Vor allem größere Einzelhändler unterstützen dich in Sachen Weiterbildung ganz gezielt.

Gerade bei solchen größeren Unternehmen kannst du bereits in deiner Ausbildung erste Fortbildungen durchlaufen oder dich auf bestimmte Bereich oder Waren spezialisieren. Im Bereich der internen Weiterbildung ist das der erste Schritt, um dann zum Erstverkäufer oder Zentraleinkäufer weiterzugehen. Wenn du bereits bist, Personalverantwortung zu übernehmen und dich weiter betriebswirtschaftlich fortbildest, kannst du in einigen Jahren zum Abteilungs- oder Filialleiter aufsteigen.

Neben den internen Weiterbildungsangeboten kannst du auch auf allgemeine Weiterbildungen setzen. Ein Beispiel wäre die Weiterqualifikation zum Fachwirt. Der Handelsfachwirt kommt hier beispielsweise infrage. Nach dem Fachwirt kannst du noch weitere Qualifikationen erwerben, beispielsweise kannst du ein BWL-Studium absolvieren. Viele Betriebe ermöglichen dir nach dem Studium einen leichten Wiedereinstieg. In manchen Fällen unterstützen dich die Betriebe auch ganz gezielt und du kannst im Studium beschäftigt bleiben oder ein berufsbegleitendes oder ein Duales Studium absolvieren.

Die unterschiedlichen Weiterbildungsmöglichkeiten bringen dich auf die weiteren Stufen der Karriereleiter. Wie genau diese Stufen aussehen, hängt von dem Unternehmen und auch von der Weiterqualifikation ab, die du machst. Typischerweise bekommst du erste weiterführende Aufgaben als Stellvertreter der Filialleitung. Größere Unternehmen haben ein eigenes Führungsnachwuchskräfteprogramm.

Bei ausreichend Erfahrung und internen Weiterqualifikationen oder auch bei Weiterbildungen zum Fachwirt oder ein Studium winken Positionen als Filialleiter/in, Zentraleinkäufer/in oder Regionalverkaufsleiter/in. Mit steigender Verantwortung geht dann auch eine entsprechende Gehaltssteigerung einher.

Wie bewerbe ich mich richtig?

Vor dem Ausbildungsplatz steht die Bewerbung. Bevor du dich bewirbst, solltest du dir ein genaues Bild von dem Ausbildungsberuf machen und natürlich auch dem Bereich, auf den du dich bewirbst. Dein persönliches Interessengebiet ist natürlich ein guter Ausgangspunkt. Wenn dich der Einzelhandel interessiert, dann hast du hier eine breite Palette an Möglichkeiten, auf denen du dich bewerben kannst.

Neben dem Lebensmitteleinzelhandel kommt das Modehaus ebenso infrage wie der Baumarkt, der Spielwarenhandel ebenso wie der Bio-Laden. Die Produkte oder der Bereich, der dich hier am
stärksten anspricht, sollte auch zuerst mit deiner Bewerbung angesprochen werden.

Deine Bewerbung besteht immer aus den gleichen Bestandteilen: dem Anschreiben, einem tabellarischen Lebenslauf und den Zeugnissen. Im Anschreiben vermittelst du einen ersten Eindruck von dir. Hier stellst du dich vor, nennst deine besonderen Befähigungen, warum du genau auf diese Stelle passt und machst dein Interesse an der Ausbildung deutlich. Die individuelle Ansprache an das Unternehmen ist hier auch wichtig. Du solltest beispielsweise benennen können, warum dich gerade dieses Unternehmen als Ausbildungsbetrieb interessiert.

Im tabellarischen Lebenslauf stehen dann deine Kontaktdaten und dein bisheriger Werdegang. Das beinhaltet deine schulische Laufbahn bis hin zu deinem Schulabschluss. Wenn du erste Berufserfahrungen und Praktika gemacht hast, erwähne auch das im Lebenslauf. Deine Hobbys und Interessen solltest du ebenfalls erwähnen, denn diese geben deinem potenziellen Ausbildungsbetrieb ebenfalls einen ersten Eindruck von dir. Wichtig ist, dass du bei den Angaben im Lebenslauf nicht flunkerst. Erfinde keine Hobbys und denke dir noch viel weniger irgendwelche Praktika aus.

Zuletzt füge noch die Zeugnisse in Kopie hinzu. Das meint zuerst dein Abschlusszeugnis von der Schule, aber auch Zeugnisse von deinen Berufserfahrungen, solltest du welche gemacht haben. Dabei sind Erfahrungen im Einzelhandel natürlich besonders interessant, aber auch andere Erfahrungen, die du belegen kannst, solltest du anfügen. Grundsätzlich solltest du dir aber genau anschauen, was das Unternehmen als Vorgaben an die Bewerbung nennt – und daran solltest du dich dann auch halten.

Auch interessant